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Triumphe in allen Klassen

Die deutschen Para Biathletinnen und Para Biathleten tanken beim Heimweltcup am Notschrei über die kurzen Distanzen mächtig Selbstvertrauen. Anja Wicker (MTV Stuttgart), Johanna Recktenwald (Biathlon-Team Saarland), Marco Maier (SV Kirchzarten) und Lennart Volkert (PSV München) feiern Siege, Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) holt Doppel-Silber.

Das Social-Media-Foto zeigt eine strahlende Anja Wicker umringt von Freunden und Familie. „Support is everything“ – Unterstützung ist alles, schrieb die 34-Jährige dazu und garnierte das Ganze mit einem Herz. Die Gemütslage der Stuttgarterin ist damit schon bestens dargestellt. Der Heimweltcup der Internationalen Biathlon-Union (IBU) in der vergangenen Woche im Südschwarzwald hat Anja Wicker Aufwind gegeben. Auf Platz zwei im Einzelrennen am Donnerstag bei den Frauen der sitzenden Konkurrenz folgten im Nordic Center Notschrei am Samstag erneut Silber hinter Oksana Masters (USA) in der Sprint-Verfolgung und am Sonntag der souveräne Sieg im Sprint über 7,5 Kilometer vor Yuxin Zhai aus China.

„Ich bin mit den Tagen hier sehr zufrieden. Das war läuferisch ein Schritt in die richtige Richtung im Vergleich zu den ersten Weltcups in Kanada“, sagte Wicker und zeigte sich erfreut, wie gut sie mit dem neuen Schlitten zurechtkam, der am Notschrei seine Feuertaufe erlebte.

Für Freude beim heimischen Publikum sorgten auch mehrere andere Deutsche: In jeder Klasse, in der ein heimischer Athlet oder eine Athletin am Start war, gab es auch einen deutschen Sieg. Marco Maier (SV Kirchzarten) gewann bei den Männern stehend die Sprint-Verfolgung am Samstag trotz zweier Schießfehler mit 3,4 Sekunden Vorsprung vor Jiayun Cai aus China. „Das war eine harte Schlussrunde und ein ziemlicher Kampf mit Jiayun. Ich bin happy“, sagte der 26-Jährige. Im Sprint am Sonntag wurde Maier Achter.

Komplette Medaillensätze für Recktenwald und Volkert

Bei den Frauen und Männer mit Sehbehinderung setzten über die 7,5 Kilometer Johanna Recktenwald (mit Guide Emily Weiß) und Lennart Volkert (mit Ersatzguide Florian Winker) Ausrufezeichen. Beide blieben fehlerlos am Schießstand und überzeugten in der Loipe. Recktenwald gewann vor Yue Wang aus China, Volkert vor seinem Teamkollegen Nico Messinger (mit Guide Robin Wunderle), der am Samstag in der Sprint-Verfolgung als Zweiter noch einen Rang vor ihm gelegen hatte. Damit unterstrich das Trio seine gute Form. Recktenwald und Volkert nahmen aus den drei Rennen am Notschrei jeweils einen kompletten Medaillensatz mit, Messinger sogar einmal Gold und zweimal Silber.

„Ich habe mich heute ziemlich gut gefühlt. Es lief alles nach Plan, läuferisch sogar besser. Ich habe Emily ins Schwitzen gebracht“, scherzte Recktenwald. Der 22-jährige Volkert spekulierte nach seinem deutlichen Sprint-Erfolg sogar, „das könnte das beste Rennen meines Lebens gewesen sein“. Die im Vergleich zu den vergangenen Tagen etwas festere Strecke kam ihm dabei entgegen. „Das hat mir getaugt.“

Der Bundestrainer Ralf Rombach registrierte die Ergebnisse des Tages mit Wohlwollen und sprach von einem „wunderbaren Abschluss des Weltcups“. Freilich richtete Rombach seinen Blick sofort nach vorne. „Wir sind auf einem guten Stand, aber es gibt schon noch was zu tun, gerade am Schießstand.“ In dieser Woche kann sich seine Mannschaft jedoch komplett aufs Laufen konzentrieren. Vom 14. bis 18. Januar steht der Para Skilanglauf-Weltcup der FIS in Finsterau (Bayerischer Wald) an.

Die Ergebnisse der weiteren Deutschen am Wochenende:

Frauen mit Sehbehinderung:
Linn Kazmaier (SZ Römerstein, mit Guide Florian Baumann): Sprint-Verfolgung: 7., Sprint: 4.
Leonie Walter (SC St. Peter, mit Guide Christian Krasman): Sprint-Verfolgung: 4., Sprint: 6.

Frauen sitzend:
Andrea Eskau (USC Magdeburg): Sprint-Verfolgung: 6., Sprint: 5.

Männer mit Sehbehinderung:
Theo Bold (WSV Isny, mit Guide Jakob Bold): kein Start, Schonung nach Handgelenksproblemen

Männer stehend:
Alexander Ehler (SV Kirchzarten): Sprint-Verfolgung: 7., Sprint: 10.
Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld): Sprint-Verfolgung: 10., Sprint: 7.
Max Long (SV Kirchzarten): Sprint-Verfolgung: 14., Sprint: 15.

Weitere Informationen:
https://www.nordski.de
https://www.biathlonworld.com/inside-ibu/para-biathlon

Quelle: Nordic Paraski Team Deutschland

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