Para Ski alpin: Sieben Deutsche beim Heim-Weltcup am Start
Am Donnerstag und Freitag steigt der zweite Para Ski alpin-Weltcup am Feldberg: In zwei Slalom-Wettbewerben misst sich die Welt-Elite am auf der FIS-Strecke in Fahl – und möchte sich für die Paralympics Anfang März in Position bringen. Lokalmatadorin Anna-Lena Forster (BRSV Radolfzell) hofft auf den Sieg.
Bundestrainer Justus Wolf kommt am Montagvormittag gerade vom Snow-Check und ist danach bestens gelaunt: „Die Strecke schaut super aus, wir können sogar ein Stück weiter oben starten als im vergangenen Jahr.“ Am Donnerstag und Freitag starten die Rennen jeweils um 10 Uhr, der zweite Durchgang steigt dann ab 12.45 Uhr. Mehr als 60 Athletinnen und Athleten haben gemeldet, darunter auch alle sieben Deutschen, die ab dem 6. März bei den Paralympics in Cortina d’Ampezzo dabei sein wollen.
Monoski-Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster, die in Freiburg wohnt und vom Bodensee stammt, der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner und Anna-Maria Rieder haben die nötige Qualifikationsleistung für die Spiele bereits erbracht. Rieders Teamkollegin Andrea Rothfuss in der stehenden Klasse, Alexander Rauen mit Guide Jeremias Wilke sowie die Nachwuchstalente Leon Gensert im Monoski und die erst 17 Jahre junge Maya Fügenschuh mit Guide Johanna Holzmann müssen die Norm noch erfüllen.
Dafür brauchen Rothfuss und Fügenschuh im Weltcup zwei Top-5-Platzierungen oder einen Podestplatz und müssen zwei Athletinnen hinter sich lassen, für die Männer reicht ein siebter Rang oder zwei Top-10-Platzierungen, wenn drei Athleten hinter ihnen bleiben. „Bei Maya Fügenschuh oder Leon Gensert können wir aber auch argumentieren, dass eine Paralympics-Teilnahme perspektivisch einfach Sinn macht, weil sie noch sehr jung sind“, sagt Bundestrainer Justus Wolf. Die endgültige Nominierung erfolgt durch den Deutschen Behindertensportverband am 12. Februar.
Anna-Lena Forster erwartet einen harten Kampf - und freut sich auf die Unterstützung von der Familie und Freunden
Am Feldberg rechnet Wolf damit, dass vor allem Anna-Lena Forster nach ihrem Dreifach-Erfolg bei der Premiere 2025 wieder „ganz nach vorne“ fährt. „Der Heim-Weltcup ist eine coole Geschichte“, sagt die 30-jährige Slalom-Spezialistin: „Es ist ein tolles Event, Freunde und Familie können vorbeikommen, das ist auch genial. Ich will im besten Fall mit der Nummer eins unten stehen – aber das wird ein harter Kampf.“ Vor allem die Spanierin Audrey Pascual Seco lieferte sich in diesem Winter schon packende Duelle mit Forster und dürfte auch am Feldberg mit ihr um den Sieg konkurrieren.
Zudem ist Anna-Maria Rieder nach drei zweiten Plätzen im Vorjahr auch dieses Mal eine „Podestkandidatin“ für den Bundestrainer, auch wenn die Konkurrenz in der stehenden Klasse der Frauen sich weiter verschärft hat: „Die Russin ist jetzt wieder zurück und ist noch stärker als vor dem Ausschluss, die haben sich emsig vorbereitet. Aber gerade im Slalom hat Anna-Maria immer das Zeug, in Podestnähe zu kommen, auch wenn ihr der steile Hang nicht so entgegenkommt.“ Bei Christoph Glötzner hofft Wolf ebenfalls, dass er trotz der starken Konkurrenz in Richtung Podest kommen kann.
Dankbar ist der Bundestrainer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, die seit diesem Jahr die Organisation innehat, sowie den Feldbergbahnen und Veronika Fus vom Skiverband Schwarzwald, die ehrenamtlich als Rennchefin fungiert, wie der Bundestrainer sagt: „Dieses Engagement muss ich hervorheben, das wäre ohne sie nicht möglich.“
Am Mittwoch steigt ab 11 Uhr noch das offizielle Training, am Donnerstag und Freitag ab 10 Uhr die Rennen – und Wolf hat eine klare Meinung, warum viele Fans nach Fahl zum Skiflift kommen sollten: „Para Sport ist geil. Es ist interessant, so etwas in der Heimat mal aus der Nähe zu beobachten – dann sieht man auch, wie steil der Hang wirklich ist. Das kommt im Livestream meistens nicht so rüber, aber der ist unfassbar steil.“
Quelle/Text: Nico Feißt / DBS