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IDM in Heidelberg: Béla Heinze über seinen Weg im Para Judo

Am 14. Februar finden in Heidelberg die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Para Judo statt – ein Heimspiel für eines unserer BBS-Paralympics-Förderteam-Mitglieder. Béla Heinze, 20 Jahre alt, studiert im dritten Semester Jura an der Universität Heidelberg und steht gleichzeitig als Para Judoka in der Wettkampfklasse bis 81 Kilogramm (J2) auf der Matte. Trotz seiner Sehbehinderung Retinitis Pigmentosa betreibt er seit seinem zwölften Lebensjahr leidenschaftlich Judo.

Der Heidelberger trainiert unter der Anleitung von Bundestrainerin Carmen Bruckmann beim 1. Mannheimer Judo-Club sowie am Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar. Bei den IDM trifft Béla auf nationale und internationale Konkurrenz – motiviert, fokussiert und mit einem kleinen Heimvorteil im Rücken.

Wir haben mit ihm über seine sportliche Entwicklung, den Umgang mit seiner Sehbehinderung im Leistungssport und seine Ziele für die bevorstehenden Meisterschaften gesprochen.

Wie würdest du deine sportliche Entwicklung in den letzten Jahren beschreiben?

Judo habe ich mit etwa elf Jahren durch meinen Bruder als Hobby begonnen und in meiner Heimat bis zu meinem 16. Lebensjahr ohne große Ambitionen und – auch bedingt durch Corona – eher unregelmäßig betrieben. Mit 16 kam ich dann aufs Internat in Marburg, wo ich unter deutlich besseren Bedingungen trainieren konnte.

Erst als ich zum Studium nach Heidelberg gezogen bin, habe ich wirklich gelernt, was es bedeutet, Leistungssport zu machen. Seitdem haben sich mein Training, meine Ergebnisse und auch mein Judo insgesamt stark verbessert – auch wenn es natürlich immer noch Luft nach oben gibt. Unter den bestmöglichen Bedingungen werden weitere Verbesserungen ohne Zweifel folgen.

Die Internationalen Deutschen Meisterschaften finden am 14. Februar in Heidelberg statt – was verbindest du mit diesem Wettkampfort?

Es ist immer schön, einen Wettkampf in Heidelberg zu haben. Die Bedingungen bei einem Heimkampf sind für einen selbst deutlich besser, da man bis zuletzt zu Hause trainieren, essen und schlafen kann. Außerdem ist es schön, dass Angehörige solche Wettkämpfe besuchen können – im Ausland ist das meistens nicht möglich.

Gibt es besondere Ziele oder Erwartungen, mit denen du in diesen Wettkampf gehst?

Der Wettkampf gibt keine Weltranglistenpunkte und stellt keinen Jahreshöhepunkt dar. Es geht in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie man im Vergleich zu früheren Wettkämpfen gegen seine Gegner abschneidet.

Inwiefern unterscheidet sich dein Kampfstil im Para Judo von dem eines sehenden Judoka?

Der Unterschied zum olympischen Judo besteht lediglich darin, dass man beim Para Judo den Kampf bereits im Griff beginnt, um das eingeschränkte Sehvermögen auszugleichen. Im olympischen Judo müsste man sich diesen Griff zunächst am Anzug erkämpfen.

Du lebst mit der Sehbehinderung Retinitis Pigmentosa. Welche Auswirkungen hat sie konkret auf deinen Alltag – und welche auf deinen Sport?

Im Alltag lasse ich mich durch meine Sehbehinderung nicht einschränken. An der Universität habe ich für Klausuren einen Nachteilsausgleich, ansonsten verläuft mein Alltag ähnlich wie bei jedem anderen. Nachts bin ich blind, was einen normalen Lebensstil erschwert. Mit ausreichend Übung und ohne Angst vor möglichen Herausforderungen ist die Sehbehinderung jedoch kein Hindernis.

Im Judo starte ich im Griff, aber wir trainieren größtenteils mit Judoka ohne Sehbehinderung, die nach den normalen Regeln kämpfen, da sich beide Sportarten sehr ähneln. Die Sehbehinderung ist im Training daher kein Nachteil.

Welche sportlichen Ziele hast du für die kommenden Jahre?

Internationale Wettkampferfolge sind selbstverständlich das Ziel, um in der Weltrangliste aufzusteigen und die Qualifikation für die Paralympics 2028 zu erreichen – und dort idealerweise eine Medaille zu erkämpfen.

Wir wünschen Béla viel Erfolg für die Internationalen Deutschen Meisterschaften und seinen weiteren Weg. Wir freuen uns darauf, seine Entwicklung auf dem Weg zu den Paralympics weiter begleiten zu dürfen.

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