Vereinsbesuch beim SV Bad Herrenalb 1920 e.V.

Nach rund fünf-monatiger Corona bedingter Zwangspause konnte gestern endlich wieder der erste Vereinsbesuch im Rahmen der „Inklusionsoffensive in die Sportvereine“ stattfinden. Eigentlich war der Vereinsbesuch beim bei dem durch die Kooperation des SV Bad Herrenalb 1920 e.V. mit dem SC Schielberg, den FZK Bernbach, der SG Neusatz/Rotensol und den Sportfreunden Dobel im Jugendbereich quasi gleich 5 Vereine auf einmal besucht wurden, schon auf Ende März terminiert gewesen. Durch die Covid-19 Pandemie musste dieser damals kurzfristig abgesagt werden und konnte nun, nachdem seit dem 01. Juli auch Lockerungen für den Sport- und Trainingsbetrieb in Kraft getreten sind, nachgeholt werden.

Jugendleiter Sebastian Weiß hatte im März seine damalige B-Jugend der JSG Oberes Albtal für die Einführungsveranstaltung zur Nutzung des Inklusions-Starterpakets angemeldet. Laura Wienk-Borgert vom BBS leitete die 90-minütige Einheit auf dem Sportgelände des Kooperationsvereins Sportfreunde Dobel mit verschiedenen Übungen und Spielen an. Begleitet wurde sie von der paralympischen Spitzensport-Nachwuchsathletin Leonie Walter, die extra aus Sankt Peter bei Freiburg angereist war.

Beide waren das erste Mal auf dem Sportgelände. Doch, dass es für Laura Wienk-Borgert kein Problem war, sich direkt auf dem Fußballplatz zurechtzufinden, sich zu orientieren und zu wissen, wohin sie gehen musste, lag daran, dass sie sehen kann. Leonie Walter, die aufgrund ihrer Sehbehinderung nur über 5-10% Sehvermögen verfügt, nahm den Sportplatz natürlich ganz anders wahr. An Orten, die sie nicht kennt, orientiert sie sich am Schall von Mauern, an Stimmen in ihrer Umgebung oder an Kontrasten, die sie erkennen kann. So schafft sie es, sich zurechtzufinden und sich „wie jeder andere auch auf dem Sportplatz zu bewegen. Man merkt es eigentlich gar nicht, dass sie eine Sehbehinderung hat.“, so die Aussage eines Trainers. Dass es somit auch funktionieren kann, wie Leonie Walter Wintersport zu betreiben, oder Fußball zu spielen, durften die B-Junioren sowie die zuschauenden Trainer der anderen Mannschaften des Vereins gestern erfahren und waren begeistert.

Das Inklusions-Starterpaket mit den Simulations- und Dunkelbrillen sowie den verschiedenen Klingelbällen zum Thema Blinden- und Sehbehindertensport bleibt nun vier Wochen im Verein und kann beliebig oft im Training bei den verschiedenen Mannschaften eingesetzt werden. Ob die Spieler es nach der Zeit als leichter empfinden, 50 Meter blind geradeaus zu laufen oder mit dem Ball zu dribbeln, wird bei der Abholung des Pakets sicherlich thematisiert werden und bleibt spannend.

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