Projekt "Mobilität 2020" -> Mehr Bewegung = mehr Teilhabe

Körperliche Aktivität und Sport sind bedeutsame (Freizeit-)Aktivitäten, die vielfältige positive physische und psychosoziale Effekte hervorrufen können. Im Sinne der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tragen sie im Idealfall zu Gesundheit im umfassenden Sinne bei, insbesondere zu mehr Teilhabe und Inklusion in unterschiedlichen Lebensbereichen. Dies trifft grundsätzlich für alle Menschen zu, also selbstverständlich auch für diejenigen mit Behinderungen. Doch gerade sie werden häufig mit besonderen Bedingungen konfrontiert, die die Teilhabe und Inklusion erschweren und demnach den in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verankerten Menschenrechten zuwiderlaufen. Auch besteht ein erhebliches Forschungsdefizit, um die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen wirksam zu unterstützen.

Das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS gGmbH) setzt hier an. Es befasst sich aus einer interdisziplinären bzw. ganzheitlichen Perspektive mit Bewegung, Spiel und Sport von Menschen mit Behinderungen und möchte die Teilhabe und Inklusion durch anwendungsbezogene Forschungen nachhaltig unterstützen. Der Theorie-Praxis-Transfer steht somit stets im Fokus der Forschungsbemühungen.

Mobilität 2020 – mehr Training, mehr Mobilität und mehr Teilhabe für Rollstuhlnutzer. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines bundesweit flächendeckenden Angebots an Mobilitätstrainings für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen. Für die Teilnehmenden soll mit Hilfe des Projektes die selbstbestimmte und ökonomische Fortbewegung verbessert werden, um eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Los geht es am 17. Februar an der Deutschen Sporthochschule Köln, zu einem Kurs gehören zwei Mobilitätstrainings. Die Inhalte reichen von den Grundfertigkeiten (Antrieb, Bremsen etc.) bis hin zu Alltagshindernissen (Steigungen, Kanten und Stufen bewältigen etc.), sodass es auch für bereits erfahrene Teilnehmende Herausforderungen geben wird. In der Phase zwischen den Trainingseinheiten findet eine Selbstlernphase statt, in der die Inhalte selbstständig geübt werden sollen. Zur Unterstützung gibt es Übungsbeschreibungen, Fotos und Beispielvideos im Internet. Die Kurse werden von geschulten Mobilitätscoaches geleitet, die auch individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen. Die Teilnahme an den Trainingstagen ist dank der Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kostenlos, zudem gibt es einen Fahrtkostenzuschuss.

Ziel des Projektes ist es, dass die betroffenen Personen die Möglichkeit haben, den souveränen Umgang mit dem eigenen Hilfsmittel zu erlernen und zu verbessern. Zudem soll die Wirksamkeit der Mobilitätstrainings wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Wer kann mitmachen?

Personen, die

  • mindestens 16 Jahre alt sind,
  • im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen sind (vorrangig aufgrund eines Unfalls),
  • in der Lage sind, einen Rollstuhl manuell über eine Strecke von mindestens 100 Metern zu bewegen,
  • keine psychischen oder psychosomatischen Symptome mit medikamentösem Behandlungsbedarf haben.

Was habe ich von der Teilnahme?

  • Kostenloses Mobilitätstraining (zwei Termine im Abstand von vier Wochen), in dem der Umgang mit dem Rollstuhl erlernt bzw. verbessert werden kann
  • Fahrtkostenzuschuss für die Anreise zu den Mobilitätstrainings
  • Umfassende Unterstützung auch in der Selbstlernphase zwischen den Mobilitätstrainings
  • Zugriff auf die zugehörige Onlineplattform mit vielfältigen Übungen zur Mobilität im Rollstuhl
  • Wichtiger Beitrag zur Forschung für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen

 

Termine für die nächsten Mobilitätskurse:

Trainingsort:

Trainingstermine:

 

Deutsche Sporthochschule Köln

Am Sportpark Müngersdorf 6

50933 Köln

17.02.18 & 17.03.18

09:00 – 17:00 Uhr

24.02.18 & 24.03.18

09:00 – 17:00 Uhr

 

Klinik Hohe Warte

Hohe Warte 8

95445 Bayreuth

10.03.18 & 07.04.18

 

       

Weitere Infos erhalten Sie unter diesem Link beim Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport.

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