Präsenztag unserer Blended Learning Fortbildung „Inklusion im Sport – gemeinsam Wege finden“ hat erfolgreich stattgefunden!

Im Rahmen des Teilprojekts „Qualifizierung für Inklusion“ hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zwei Fortbildungs-Module zum Themenfeld Inklusion (à 15 Lerneinheiten) entwickelt und in ausgewählten Mitgliedsorganisationen erprobt. Ein Fortbildungsmodul ist auf die Zielgruppe Übungsleiter/innen und Trainer/innen (Modul „Sportpraxis“) ausgerichtet und wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert. Für dieses Projekt haben sich der Badische Sportbund Freiburg (BSB) und der Badische Behinderten- und Rehasportverband (BBS) beworben und vom DOSB die Zusage zur Durchführung bekommen. Beiden Verbänden ist das Thema Inklusion eine Herzensangelegenheit. Seit vielen Jahren wird das Thema in beiden Verbänden vorangetrieben und erstreckt sich auf die unterschiedlichsten Bereiche. Bisher sind Menschen mit Behinderung in den Sportvereinen unterrepräsentiert und treiben deutlich weniger Sport. Die Vision beider Verbände ist es, dass jeder Mensch mit Behinderung die Möglichkeit hat, selbstbestimmt vor Ort Sport im Verein zu treiben. Deshalb bieten wir für Menschen mit Behinderung umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote auf dem Weg zum „Sport für ALLE“ an.

Das Fortbildungsmodul:

Welche Kompetenzen brauchen Übungsleiter und Trainer, um ein Sport- und Bewegungsangebot so zu gestalten, dass eine Teilnahme von Menschen mit und ohne Behinderung möglich ist? Dies ist eine der zentralen Fragen, mit der sich die Fortbildung „Inklusion im Sport – gemeinsam Wege finden“ auseinandersetzt. Seit Mitte September führen beide Verbände die Fortbildung in einem barrierefreien Blended Learning Format (edubreak ® SPORTCAMPUS) durch. Dort wurden die Teilnehmer von den Bildungsverantwortlichen des BBS Kim Früh und Eva Klavzar und dem Studienleiter des BSB Andreas Maginot betreut und auf den Präsenztag vorbereitet. Die Fortbildung setzt sich aus zwei Online-Phasen und einem Präsenztag zusammen und läuft noch bis Mitte Oktober.

Der Präsenztag hat am 28. September an der barrierefreien Sportschule in Steinbach stattgefunden. 14 Teilnehmer/innen mit und ohne Behinderung haben sich mit dem Thema „Sport für ALLE“ auseinandergesetzt. Am Vormittag lieferte Sport-Inklusionsmanagerin Kim Früh in einem Vortrag Zahlen, Daten und Fakten zum Thema „Inklusion und Behinderung“ und ging dabei auf die zuvor von den Teilnehmer/innen gewünschten Themen und Fragen ein.

„Mir gefällt vor allem der offene Umgang mit dem Thema in der Fortbildung. Das nimmt einem die Angst etwas „falsch“ zu machen. Besonders beeindruckt hat mich die Info zu der blinden Person, die an der Sportschule die ÜL B Lizenz gemacht hat.“ (Feedback Teilnehmer)

In der Sportpraxis hat Referentin Eva Klavzar bestehende Bewegungsideen der Teilnehmer aus der 1. Onlinephase aufgegriffen und diese nach methodisch/didaktischen Grundsätzen in Kleingruppen auf die vielfältigen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst. Hier war der Erfahrungsschatz der selbst betroffenen von großem Wert und Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte und Hörgeschädigte konnten ihre Wünsche und Bedürfnisse an ein barrierefreies Sportangebot formulieren und gemeinsam mit den Teilnehmer/innen nach Lösungen suchen. So kamen Merle Menje (Rennrollstuhl und Skilanglauf) und Marc Milano (Judoka) aus dem BBS-Förderteam am Nachmittag zur Fortbildung. Die beiden Spitzensportler aus dem Team Deutschland Paralympics schilderten ihren Weg zum Spitzensport und erklärten, wie aus ihrer Sicht ein Sport- und Bewegungsangebot gestaltet werden kann, an dem Menschen mit und ohne Behinderung teilhaben können.

„Die Menschen mit Behinderung haben uns bereichert – sie haben uns kreativer gemacht. Hier war toll, dass Merle und Marc da waren und sich eingebracht haben, aber auch die Teilnehmer/innen aus der Gruppe mit einer Behinderung.“ (Feedback Teilnehmer)

Die Referentinnen Eva Klavzar und Kim Früh boten den Teilnehmern am Nachmittag die Chance auf einen „Perspektivwechsel“. Durch den Einsatz verschiedener Hilfsmittel, die Behinderungen simulieren, konnten die Teilnehmer selbst erleben und erfahren wie es ist, Sport mit einer Beeinträchtigung zu machen. Wie wichtig bei Wettspielen mit heterogenen Gruppen der Einbau des Faktors „Zufall“ (z.B. Würfeln einer 6) ist, erschloss sich den Teilnehmern beim aktiven Ausprobieren der zahlreichen Spielideen. Der Wechsel vom Übungsleiter zum Betroffenen hat bei den Teilnehmer/innen den Blickwinkel verändert:

„Bei mir hat die Fortbildung ein tieferes Verständnis für Menschen mit, aber auch ohne Behinderung geschaffen. Im Alltag fällt oft nicht gleich auf, ob ein Mensch eine Behinderung hat oder nicht. Das Verständnis hilft mir, Situationen im Alltag zukünftig mit mehr Gelassenheit und Geduld anzugehen.“ (Feedback Teilnehmer)

Aktiv begleitet wurde der Präsenztag und das gesamte Projekt von Alexandra Kreutel (Referentin „Qualifizierung für Inklusion“), die beim DOSB für das Projekt „Sport-Inklusionsmanager/in“ zuständig ist. Frau Kreutel und alle Teilnehmer waren sehr zufrieden mit der gesamten Fortbildung und den Ergebnissen, die bisher erreicht wurden.

Nun geht es in den kommenden zwei Wochen in die Abschlussphase des Lehrgangs. In der 2. Onlinephase werden die Teilnehmer/innen das neu Erlernte und die Erfahrungen aus dem Präsenztag reflektieren und für ihre Vereinsarbeit als Übungsleiter aufarbeiten.

 

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