Inklusion muss auch im Sport ankommen

Würde Motivation Funken sprühen, das Rathaus Gundelfingen hätte an diesem Tag in Flammen gestanden. Beim 14. Netzwerktreffen der Kommunalen Inklusionsvermittler (KIV) ging es um das Thema Inklusion und Sport. Das Netzwerk trifft sich vier Mal pro Jahr. Gundelfingen ist, dank des großen Engagements von Sabrina Fögele, der kommunalen Inklusionsvermittlerin, bereits das zweite Mal einladende Gemeinde. Anke Dallmann, kommunale Behindertenbeauftragte des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald erklärte, dass die Netzwerktreffen stets aus einem Austausch mit allen KIVs bestehe und einem inhaltlichen Teil, zu dem kompetente externe Referenten eingeladen würden. Sie weiß aus ihrer Erfahrung, dass Inklusion immer mit einem Einzelfall startet. Je früher Kinder Berührung mit Menschen mit Handicap hätten, desto selbstverständlicher sei später Inklusion auch in den Vereinen.

Sabrina Fögele zeigte sich in ihrem Bericht erfreut darüber, dass bei einer Umfrage 11 Gundelfinger Vereine Bereitschaft gezeigt hätten, Aktionen für Menschen mit Behinderung zu initiieren. So werden drei große Sportvereine ihre Ferienprogramme auch für Behinderte öffnen. 

Kim Früh vom Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband stellte das Projekt „Behindertensport macht Schule“ vor, bei dem der Verband Kinder aller Schulformen für den Behindertensport sensibilisiert. Jede Schule kann diese kostenlose Aktion für Projekttage buchen und den Kindern die vielfältigen Sportmöglichkeiten mit einer Behinderung näher zu bringen. Sie erfahren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen oder blind einen Biathlon zu bestreiten. Diese Aktionen werden von erfolgreichen Trainern und Paralympicsiegern unterstützt. Auch betonte Früh, dass beim Verband eine Servicestelle eingerichtet sei, die für Freizeitsportler, Vereine, Ehrenamtliche und Betreuer offen stehe. Aktuell werden bereits zwei Behinderte zum Trainer ausgebildet. Auch berate der Verband bei behindertengerechten Umbauten.

Britta Dörflinger von der Badischen Sportjugend im Sportbund Freiburg betonte, dass bei ihnen bereits seit 2013 Inklusion im Sport eines der wichtigsten Themen sei. Sie verspricht sich von den Netzwerktreffen gute Synergieeffekte  und betonte, dass ein wichtiges Ziel, nämlich Trainer und Übungsleiter auf das Thema Inklusion vorzubereiten, bereits verfolgt würde. So gäbe es bereits die 3. Trainerfortbildung, um dem Wunsch nach Unterstützung in der Ausbildung nachzukommen.

Hauptamtsleiter Peter Ficht dankte der Initiatorin Sabrina Fögele für ihr außergewöhnliches Engagement und wünschte sich als Ergebnis des Netzwerktreffens neue Angebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Ziel müsse es sein, seitens der Gemeinde eine gute Plattform zu bieten, um Inklusion im Sport zu unterstützen. 

Anke Dallmann betonte abschließend, dass die Vereine nach außen kommunizieren müssten, welche Angebote sie für Menschen mit Behinderung bereit halten. Hier gehe es sowohl um körperlich als auch um geistig Behinderte. Und besser gelingen könne dies, wenn alle Gemeinden eigene kommunale Inklusionsvermittler hätten, die als Ansprechpartner für Behinderte und Vereine dienten.

Bericht: Sigrid Ellenberger

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