Hamburger Behörde stellt einen "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" aus

In der Nähe der Hansestadt hat die 14 Jahre alte Hannah den gängigen „Schwerbehindertenausweis“ in einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ umgestaltet. Spontanen Zuspruch bekam sie nicht nur in den Netzwerken, sondern auch aus der Politik. Die Hamburger Sozialsenatorin kündigte an, sie wolle einem Antrag beim Versorgungsamt unbürokratisch zustimmen. Wie dieses Begleitdokument genau aussehen wird, bleibt zunächst offen. Den geänderten Namen wird es in der obersten Zeile jedenfalls tragen.

Hannah hatte wirklich eine tolle Idee. Sie ist ein wahrer Beitrag zur Inklusion. Menschen mit Behinderung empfinden sich als ganz normale Mitglieder unserer Gesellschaft. Wir wollen nicht am Rande stehen. Und wir haben keine Lust, dauern als besondere Gruppe klassifiziert zu werden. Insofern wäre es richtig, den Schwer-in-Ordnung-Ausweis vorzuzeigen – dem Busfahrer, an der Kinokasse oder sonst wo.

Der Deutsche Behindertensportverband wird überall von Schleswig-Holstein bis Sachsen den Einfall aus Hamburg aufgreifen und den Landesverbänden vorschlagen solche Anträge zu stellen. Die Verwaltungen müssen dann handeln. Das wäre ein nützlicher Beitrag, um verbreitete Geisteshaltungen zu verändern und die Inklusion in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Gegen Ausgrenzung behinderter Menschen und für eine inklusive Gesellschaft hat die Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv in der Berliner SPD die Initiative ergriffen. Noch längst ist die Gleichberechtigung im Alltag kein Allgemeingut der Parteien. Also soll nun ein Inklusionsplan entwickelt werden. Die einzelnen Ziele können unabhängig voneinander erreicht werden, der Plan kann modular aufgebaut sein. Dazu zählen das Berücksichtigen der Belange von Menschen mit Behinderung beim Erstellen von Parteiprogrammen und Strategiepapieren oder die barrierefreie Gestaltung aller parteiinternen Sitzungen, Tagungen, Schulungen und Seminare. Außerdem wird beabsichtigt, alle wesentlichen Druckerzeugnisse und alle elektronischen Medien auch in leichter Sprache zu verfassen. Weiter wird angestrebt, Dokumente in Hörversion herzustellen und für Menschen mit Sehbehinderung zugänglich zu machen.

So müssen sich die Parteien der Inklusion nähren. Alle. Auch das wäre sinnvoll, um in der Politik und den Verwaltungen, damit letztendlich auch in der Gesellschaft, ein Umdenken zu bewirken.

(Quelle: dbs/npc)

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