Positionspapier

Präambel

Der BBS hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1950 bis heute mit seinen über 33.000 Mitgliedern zu einem der großen Behindertensportverbände in Deutschland entwickelt.  Er besteht aktuell aus 341 Vereinen, in denen über 2.000 ehrenamtlich tätige Mitarbeiter/innen mit sozialem Engagement den Sport organisieren, anbieten und die Sportler/innen betreuen.

Selbstverständnis

Der BBS ist der Fachverband für den Behinderten- und Rehabilitationssport in den Badischen Sportbünden und folglich für den gesamten Behindertensport in Baden verantwortlich. Mit seinem breit gefächerten Angebot leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum Gemeinwohl in unserer Gesellschaft.

Durch seine spezifische und nicht vergleichbare Aufgabenstellung im badischen Sport bringt er seine Fachkompetenz in die verschiedenen Ebenen und Institutionen unseres Gemeinwesens ein. Dazu kooperiert er in Netzwerken mit Verbänden und Organisationen, sowie mit Partnern aus Wirtschaft, Öffentlichkeit, Gesundheitswesen und Politik.

Ziele

Der BBS und seine Vereine haben sich zum Ziel gesetzt und verfolgen den Zweck, jedem Menschen mit Behinderung oder Menschen die von Behinderung bedroht sind, ein adäquates sportliches Angebot zu machen. 

Der Sport mit seiner sozialen Kompetenz fördert wie kaum ein anderer Bereich die Integration von Menschen mit Behinderung. Ein besonderes Ziel des BBS ist die Förderung und Betreuung von jungen Menschen, die behindert oder von Behinderung bedroht sind.

1. Rehabilitationssport

Der Rehabilitationssport, auf der Rechtsgrundlage des Sozialgesetzbuches IX, wird vom Arzt verordnet und in Gruppen ausgeführt. Unter ärztlicher Betreuung und Anleitung durch speziell ausgebildete Übungsleiter werden Ausdauer, Koordination, Flexibilität und Kraft mit sportlichen Mitteln und Spielen gefördert. Neben dem Sporttreiben unterstützt und fördern der Austausch mit Anderen und das Erleben der Gemeinschaft den Rehabilitationsprozess. Rehabilitationssport stärkt die Eigenverantwortung für die Gesundheit, schafft Selbstvertrauen und hilft damit auch psychosoziale Krankheitsfolgen besser zu bewältigen.

2. Präventionssport

Der Sport in der Prävention von Menschen mit Behinderung wird als Mittel im Rahmen einer umfassenden vorbeugenden und gesundheitsfördernden Maßnahme zum Schutz vor dem Eintritt und Verschlimmerung einer Behinderung oder chronischen Erkrankung eingesetzt. Im Fokus des Präventionssports von Menschen mit Behinderung stehen die Stärkung der Gesundheit, die Erhaltung der Mobilität sowie die Verhinderung eines wiederholten oder neuen Auftretens von Erkrankungen. Hierbei wirkt der Sport ganzheitlich und unterstützt somit die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft.

3. Breitensport

Der Breitensport von Menschen mit Behinderung zielt ab auf Spaß an der Bewegung, Spiel und Sport sowie auf Begegnungen und Gemeinschaftserlebnisse in den Vereinen. Dabei wird durch die sportlichen Aktivitäten die Leistungsfähigkeit erhalten und gestärkt. Neben den gesundheitsfördernden Aspekten stehen auch die psychosozialen Wirkungen des Sports im Fokus des Breitensports. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und die sozialen Kontakte wirken dabei positiv auf die Integration von Menschen mit Behinderungen. Neben den traditionellen Sportarten werden auch Fun- und Trendsportarten im Rahmen von Spiel- und Sportfesten sowie beim Deutschen Sportabzeichen von Menschen mit Behinderungen angeboten. Der Breitensport knüpft zum einen im Sinne eines lebensbegleitenden Sporttreibens an den Rehabilitationssport an und kann zum anderen ein Sprungbrett zum Leistungssport bedeuten.

4. Leistungssport

Sport wird zum Leistungssport, wenn mit einem Höchstmaß an persönlichem Einsatz Siege und Rekorde angestrebt werden. Die Vielfalt der Handicaps erfordert eine Einteilung in Startklassen, damit Chancengleichheit und fairer Wettbewerb gewährleistet sind. Qualifizierte Trainer, eine spezifische medizinische Betreuung und der Einsatz für einen dopingfreien Sport bilden die Grundlage für einen humanen Leistungssport. Unter dem Dach des BBS ist eine Vielzahl von Sportarten vereinigt, die es Spitzensportlern beider Geschlechter ermöglichen, ihre Leistungspotentiale voll zu entfalten- bis hin zur Teilnahme an Paralympischen Sommer- und Winterspielen.

5. Bildung/Lehre

Über 1.300 Fachübungsleiter/innen wurden im BBS nach den bundeseinheitlichen Ausbildungsrichtlinien des DBS qualifiziert ausgebildet und lizenziert. Sie leiten die zahlreichen Gruppen (aktuell zirka 1300) in den Behinderten- und Rehabilitationssportvereinen in Baden.

6. Medizin

Mehr als 500 Ärzte/tinnen betreuen die Menschen mit Behinderung in den Sportgruppen. Sie bewerten und beurteilen die Leistungsfähigkeit der Sportler/innen. In Zusammenarbeit mit den Übungsleitern/innen legen sie die Art und Intensität des Sportangebots fest.

7. Anti-Doping

Der BBS setzt sich für einen dopingfreien und somit fairen Sport ein. Er verpflichtet sich entsprechend der internationalen und nationalen Vorgaben zum Kampf gegen Doping und zur Umsetzung dieser Vorgaben und Standards in sein System.

8. Presse/Öffentlichkeitsarbeit

Der BBS arbeitet eng mit den Medien zusammen, um den Behindertensport mit seinen vielfältigen Facetten einer breiten Öffentlichkeit darzustellen, um die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung zu demonstrieren und Vorurteile abzubauen.

9. Jugend

Die Förderung junger Menschen mit Behinderung ist eine wesentliche Aufgabe, deren besondere Bedeutung durch eine eigene, sich selbst verwaltende Jugendorganisation (BBSJ) innerhalb des BBS zum Ausdruck kommt.

10. Gender Mainstreaming

Der BBS wirkt bei allen seinen Tätigkeiten darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen,  die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern und bekennt sich ausdrücklich zu den Prinzipien des Gender Mainstreaming.